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F.I.N.N. Fragen · Informationen · Notizen · Nachdenken

Konzeptphase · v0.3 · August 2026

Für Kinder von 8 bis 12 · Deutschschweiz

Bereit für das erste Handy, bevor es da ist.

Ein Lerngerät mit festem Platz auf dem Schreibtisch. Es übt mit Ihrem Kind das Denken, das später auf dem Handy zählt.

Es gibt noch kein Produkt und kein Datum. Es gibt ein Konzept, einen geplanten Pilot mit einer Gemeinde und eine Liste offener Fragen, die weiter unten steht.

§1 · Warum

Die meisten Kinder lernen künstliche Intelligenz als Automaten kennen.

Frage rein, Antwort raus

Ein Zwölfjähriger kopiert die Aufgabe in einen Chatbot, liest die Antwort, schreibt sie leicht um und gibt sie ab. Es funktioniert. Genau das ist das Problem: im Kind hat sich nichts verändert.

Und am Küchentisch

Ein Elternteil sitzt daneben und denkt unter Zeitdruck laut vor. Das Kind schreibt die Form davon ab. Am nächsten Tag ist es wieder gleich weit wie vorher.

Die Frage, an der wir alles messen: Was kann Ihr Kind, wenn das Gerät ausgeschaltet ist?

§4 · Ablauf

Eine Lernsitzung, in drei Schritten

  1. Schritt 1

    Das Kind bringt die eigenen Aufgaben mit

    Keine erfundenen Übungen. Die Mathe-Probe am Freitag, das Vokabular, der Vortrag. Das Gerät arbeitet mit dem, was ohnehin ansteht.

  2. Schritt 2

    Es fragt zuerst, was schon da ist

    Aus den eigenen Notizen werden Fragen. Das Kind antwortet aus dem Kopf, bevor es nachschaut. Was nicht kam, kommt in zwei und in fünf Tagen wieder.

  3. Schritt 3

    Dann hört es auf

    Nach dem Arbeitsblock wird das Gerät still und schlägt nichts Neues vor. Ein Gerät, das Aufhören lehrt, muss selbst aufhören können.

Der Satz, den kein allgemeiner Chatbot sagt: „Ich sage dir die Antwort nicht, bevor du versucht hast, dich zu erinnern."

F.I.N.N. steht für Fragen, Informationen, Notizen, Nachdenken — die vier Dinge, die das Gerät übt. Es ist ein Programm und stellt sich auch so vor. Es ist kein Freund Ihres Kindes und gibt nicht vor, einer zu sein.

§3 · Ziele

Fünf Fähigkeiten — und wie gut die Forschung dazu ist

Wir schreiben die Evidenzstärke dazu, auch wo sie gegen uns spricht. Wo sie dünn ist, ist unser Ziel eine Hypothese und keine Behauptung.

  • Evidenz: stark

    Ihr Kind kann sich selbst abfragen

    Planen, aus dem Gedächtnis abrufen, hinterher sagen, was geholfen hat. Das ist das, was vor einer Prüfung tatsächlich wirkt.

  • Evidenz: stark bei Älteren, dünner bei 8–10

    Ihr Kind prüft, wer etwas geschrieben hat

    Nicht die Seite härter lesen, sondern die Seite verlassen und nachschauen, wer dahintersteht.

  • Evidenz: dünn — Feld ist neu

    Ihr Kind weiss, dass die Maschine sich irrt

    Und kann einen Fehler in einem Gebiet finden, das es selbst kennt. Bis 10 Jahre: verstehen und nachfragen, nichts generieren lassen.

  • Evidenz: umstritten — unsere eigene Wette

    Notizen, die in zwei Wochen noch etwas bedeuten

    Selbst aufgeschrieben, selbst sortiert, selbst wiedergefunden. Ob Handschrift dabei besser ist als Tippen, ist offen — wir testen es im Pilot.

  • Evidenz zu Bildschirmzeit-Schäden: schwach — wir werben nicht damit

    Ihr Kind merkt, wann es abgedriftet ist — und hört bewusst auf

    In der Schweiz haben zwei Drittel der 10- bis 11-Jährigen ein eigenes Handy. Es kommt also während dieser Zeit, nicht danach. Wir argumentieren nicht mit Angst, sondern mit Können: Wer vorher geübt hat, aufmerksam zu bleiben und bewusst aufzuhören, kommt besser damit zurecht.

§1.3 · Vetoliste

Was es nie werden darf

Wir haben noch keine Kundinnen und keine Zahlen, die wir Ihnen zeigen könnten. Was wir zeigen können, ist die Liste, gegen die wir unsere eigene Produktplanung prüfen. Sie steht öffentlich, damit Sie uns daran messen können.

  • Eine Hausaufgaben-Antwortmaschine mit freundlichem Gesicht.
  • Ein Gerät, das Erwachsenen meldet, womit ein Kind kämpft, ohne dass das Kind es weiss.
  • Ein Freund. Es ist ein gutes Werkzeug, das seine Arbeit gern macht — keine Beziehung.
  • Etwas, das Kinder länger benutzen wollen. Steigende Nutzungsdauer ist für uns ein Warnsignal.
  • Eine Figur, die Jugendsprache nachmacht. Verstehen ja, nachmachen nie.
  • Ein Gerät, das Kindern Punkte fürs Bravsein gibt.

Der letzte Punkt kostet uns eine Funktion, die sich gut vorführen liesse. Belohnungssysteme für Ämtli funktionieren zu Hause gut — auf einem Lerngerät untergraben sie genau das, was wir aufbauen wollen.

Anhang A · Offen

Was noch offen ist

Ein Auszug aus dem Entscheidungsprotokoll des Konzepts, Stand August 2026. Wir aktualisieren ihn, wenn sich etwas ändert — auch dann, wenn eine Antwort unbequem ausfällt.

Offene Entscheidungen im Konzept, mit Stand
Frage Stand
Läuft die Software am Ende auf eigener Hardware oder auf einem gesperrten Tablet? offen
Kann ein Gerät Lernstrategien vermitteln, wo sonst eine erfahrene Lehrperson steht? grösstes Risiko
Sehen Eltern die Sitzungen nur, wenn das Kind zustimmt? Empfehlung: ja
Versteht die Spracherkennung Mundart von Kinderstimmen gut genug? ungetestet
Rechtsform: Genossenschaft, Verein oder GmbH? offen

Fragen

Was Sie zu Recht fragen

Noch ein Bildschirm. Warum sollte ich das wollen?

Weil dieser hier stillsteht. Er hat einen festen Platz, lässt sich nicht ins Bett nehmen, folgt dem Kind nicht durch den Tag und schlägt am Ende einer Sitzung nichts Neues vor. Wenn Ihr Kind länger und länger daran sitzt, haben wir etwas falsch gemacht — nicht etwas richtig.

Macht es die Hausaufgaben für mein Kind?

Nein, und das ist der Kern. Es fragt zuerst, was Ihr Kind noch weiss, und gibt erst danach Hilfe. Bis etwa 10 Jahre lassen wir gar keine Texte generieren. Ab 11 nur, nachdem das Kind eine eigene Fassung geschrieben hat.

Wohin gehen die Daten meines Kindes?

Die Absicht: Notizen und Übungen funktionieren vollständig ohne Internet. Rechenleistung, die darüber hinausgeht, soll auf Infrastruktur der eigenen Gemeinde oder Schule laufen, nicht bei einem Werbekonzern im Ausland. Was davon zum Pilotstart tatsächlich steht, schreiben wir hier offen hin — inklusive dem, was dann noch fehlt.

Erfahre ich als Elternteil, was mein Kind gemacht hat?

Sie erfahren, dass gearbeitet wurde und woran. Unsere Empfehlung an uns selbst: Ihr Kind sieht alles, was Sie sehen, und kann widersprechen. Ein Gerät, von dem ein Kind annimmt, dass es petzt, hört auf, das Gerät des Kindes zu sein — und damit hört es auf zu funktionieren.

Ist das Lehrplan-21-konform?

Wir behaupten keine Konformität. Wir richten uns freiwillig am Zyklus 2 aus und ordnen unsere Inhalte dem Bereich Medien und Informatik zu. Zum Umgang mit generativer KI enthält der Lehrplan 21 nichts — er ist älter. Dort gehen wir bewusst darüber hinaus und sagen es dazu.

Wann kann ich es kaufen, und was kostet es?

Wir wissen es nicht. Es gibt kein Datum und keinen Preis. Der nächste Schritt ist ein Pilot mit wenigen Familien in einer Gemeinde. Wenn Sie auf der Liste stehen, hören Sie, was dort herauskommt — auch wenn es gegen uns spricht.

Kontakt

Wir schreiben, wenn es etwas zu berichten gibt

Etwa alle zwei Monate: was wir gebaut haben, was im Pilot passiert ist, was sich als falsch herausgestellt hat. Kein Verkaufsdruck, kein Countdown.

Mehr brauchen wir nicht. Kein Name, keine Angaben zu Ihrem Kind.

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Was kann Ihr Kind, wenn das Gerät aus ist?

Daran arbeiten wir, und daran werden wir uns messen lassen. Bleiben Sie dabei, solange es noch offen ist.

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